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Editorial

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Mensch-Puppen-Diskurse als tragfähiger Forschungsgegenstand?

Mensch-Puppen-Diskurse als Gegenstand eines wissenschaftsbasierten Journals – geht das? Puppen in all ihren Erscheinungsformen und vielerlei Materialität, als anthropomorphe Figuren mit Menschenantlitz, als Spielsachen, literarische und mediale Erzeugnisse, Handpuppen, Marionetten, Roboter usw., gefertigt aus Holz, Plüsch, Plastik, Metall, Papier und vor allem: kreiert aus Vorstellungskraft und Fantasie, Puppen waren und sind selten Gegenstand wissenschaftlicher Fragen. Obwohl seit Menschengedenken existent und „dicht ins Gewebe menschlichen Lebens eingebunden“ (Mattenklott 2014, 29), sind Puppen, diese uralten und ubiquitären „Pilger“ (Gross 2009, 187) aus der Welt der Dinge und Artefakte, in eigenartiger Weise pejorativ konnotiert mit einer Aura des Kindlichen und Trivialen. Nicht von ungefähr verweist auch Yoko Tawada (2000, 5) auf eine auffallende „Leerstelle im akademischen Diskurs“.

Eine Ende 2013 an der Universität Siegen durchgeführte interdisziplinäre und internationale Puppen-Tagung mit dem Titel Puppen – Menschheitsbegleiter in Kinderwelten und Imaginären Räumen bestätigte diese Annahmen einerseits, relativierte sie andererseits aber gleichzeitig (Fooken u. Mikota 2014). Denn: bezeichnet man das Interesse an diesem Erkenntnisgegenstand nicht explizit als ‚Puppenforschung’, finden sich in zahlreichen akademischen Disziplinen wie auch in vielfältigen Anwendungsfeldern erstaunlich viele Forschungsarbeiten, künstlerische Erzeugnisse und Praxiserfahrungen. Puppen weisen eine Reihe von Besonderheiten und Herausforderungen auf, wie beispielsweise die mit ihrer Anthropomorphizität gegebene ambigue Uneindeutigkeit, ihre ‚Existenz’ zwischen toter Materie und beseelt wirkender Lebendigkeit sowie ihr Changieren zwischen minderwertigem (Spiel-)Zeug und hohem symbolischen Bedeutungsgehalt. Puppen sind mehr als ‚nur Puppen’ – sie sind Spiegel und Projektionsfläche menschlicher Lebenszusammenhänge (vgl. Fritz 1992). Forscht man über Puppen bzw. über ‚Mensch-Puppen-Diskurse’, forscht man in jedem Fall auch über anthropologische Voraussetzungen von Menschsein. Oder noch anders gesagt: Puppenforschung ist Menschenforschung.

Hier setzen Anliegen und Selbstverständnis von „denkste: puppe“ (Akronym: de:do) an. Das Journal soll eine Plattform sein für wissenschaftliche Texte, aber auch für Kunstwerke, Bilder, Essays und In-Szene-Setzungen von und über Puppen, Figuren und menschenähnliche Gestalten. Angesprochen sind damit wissenschaftliche Disziplinen wie Literatur-, Kunst-, Kultur-, Theater-, Film-, Medien- und Sozialwissenschaften, Psychologie, Pädagogik, Ethnologie, Anthropologie, Design, Materialkunde, Robotik, einschließlich all ihrer Anwendungs- und Praxisfelder.

Mit dem Fokus auf Puppen als referenzieller Metarahmen lassen sich Verbindungslinien zwischen voneinander abgegrenzten Wissenschafts- und Forschungsbereiche ziehen sowie disziplinäre Grenzen überschreiten als auch kontraproduktive Theorie-Praxis-Spaltungen überwinden. Die Zusammenschau dieser Stränge verspricht dabei einen innovativen (wissenschaftlichen) Mehrwert, sowohl disziplinenübergreifend als auch für jede Einzeldisziplin. Grundsätzlich gibt es viele Anknüpfungsmöglichkeiten, die sich im ‚Erkenntnisgegenstand Puppe’ – sei es als dingliches Artefakt, literarisches Narrativ, Denkfigur, Medium und mediale Ausdrucksform – in den verschiedenen, als ‚turns’ oder Wenden bezeichneten Paradigmenwechsel ergeben. Als Kulturprodukt ist die Beschäftigung mit Puppen ein Bestandteil des ‚cultural turn’, ihre konkrete Materialität verortet sie im ‚material turn’, ihre Bildhaftigkeit bzw. ihre Versinnbildlichung in den literarischen Narrativen verweist auf den ‚pictorial’ bzw. ‚iconic turn’, ihre Körperhaftigkeit und Performativität ist im‚bodily turn’ repräsentiert und in ihrer zwitterhaften Wirkung zwischen Tot- und Lebendig-Sein triggert sie eindeutig Empfindungen, die einem ‚emotional turn’ zuzuordnen sind.

Auf diesem Hintergrund haben wir uns entschlossen, die Herausgabe eines bilingualen (deutsch-englisch), halbjährlich erscheinenden, wissenschaftsbasierten Journals mit Öffnung für Anwendungs- und Praxisperspektive als Open Access Publikation zu wagen. Das Konzept sieht vor, dass es einen jeweiligen Themenschwerpunkt mit Call for Papers gibt, aber auch die Möglichkeit, freie Beiträge einzureichen. Die im engeren Sinne wissenschaftlichen Beiträge unterliegen einem Peer-Review-Verfahren. Darüber sind weitere Rubriken verfügbar (Miszellen, Interviews, Diskussionsforen, Essays, künstlerische Werke, Rezensionen, Mitteilungen etc.), in denen in Absprache mit dem Redaktionsteam puppenaffine Beiträge aufgenommen werden.

Der Themenschwerpunkt der ersten Ausgabe von de:do liegt auf der Bedeutung von Puppen in Bedrohungsszenarien. Ausgangspunkt war die Überlegung, dass Puppen (sowie andere anthropomorphe Artefakte in all ihren Erscheinungsformen) in kritischen Zeiten existenzieller Bedrohung zu bedeutsamen (Übergangs-)Objekten werden können, die sowohl psychische Sicherheit und Bindung als auch (innere) Autonomie und Handlungsfähigkeit ermöglichen können. War in diesem Zusammenhang von unserer Seite aus vor allem an Bedrohungen und Verluste angesichts von Kriegs- und Fluchterfahrungen gedacht worden, überraschten uns die zahlreichen, höchst interdisziplinär ausgerichteten Beitragsvorschläge durch eine deutliche thematische Ausweitung des Begriffs der Bedrohung. So geht es in den Texten sowohl um äußere Bedrohungen als auch um innere und intrapsychische Formen von Beunruhigung und Irritation. Insofern haben wir uns für eine Unterteilung des Themenschwerpunktes entschlossen und haben zudem eine Reihe weiterer Beiträge zu verschiedenen puppenaffinen Themen aus unterschiedlichen Disziplinen und Anwendungsfeldern einbezogen.

Der erste Themenfokus Krieg, Flucht und Verfolgung in politisch unsicheren Zeiten wird eingeleitet mit einem theaterwissenschaftlichen Beitrag von Franziska Burger, der sich auf zwei Inszenierungen aus dem Bereich des Objekt- und Materialtheaters bezieht: „Ein Anti-Kriegs-Stück“ – Kriegsdarstellungen in Plastic Heroes (Ariel Doron) und Count to One (Yase Tamam). Es folgt ein Text von Insa Fooken aus psychologischer Perspektive über die Rolle und Funktionen von Puppen als Übergangsobjekte im Kontext von Krieg und Flucht: Puppen – Übergangsobjekte im Kontext von Umbrüchen, Krieg und Gewalt. Als Beispiel eines kinderliterarischen Textes, der die Bedeutung einer Puppe in Kriegszeiten thematisiert, stellt Magali Nieradka-Steiner das Buch von Ursula Fuchs: Emma oder die unruhige Zeit (1979): Eine (Puppen-)Liebe in Zeiten des Krieges vor. Julia von Dall’Armi analysiert den Jugendroman Kafkas Puppe von Gerd Schneider als Beispiel eines mit einer Puppe verbundenen Schicksals der Verfolgung und Vernichtung in der Zeit des nationalsozialistischen Terrors: „Traumreisen, die Wirklichkeit werden“– Zur Erzähl- und Handlungsfunktion der titelgebenden Figur in Gerd Schneiders Jugendroman „Kafkas Puppe“. Und schließlich legt Susanne Blumesberger eine kurze Bestandsaufnahme der Thematisierung von Puppen und Teddybären in österreichischen Kinder- und Jugendzeitschriften der Zwischenkriegs- und Nachkriegszeit vor: Puppen und Teddybären in österreichischen Kinderzeitschriften in unsicheren Zeiten.

Der zweite Themenfokus Aversive Kontexte und Zeiten psychischer Irritation beginnt mit zwei literaturwissenschaftlichen Beiträgen. Brooke Shafar geht den Formen geheimer Beunruhigung bei E. T. A. Hoffmann nach: Puppen und Spielzeugsoldaten in E. T. A. Hoffmans Erzählung Nussknacker und Mausekönig: das unsichtbare geheime Leben und Nils C. Ritter zeichnet in seinem Beitrag Zauberfrau und Marterleib. Das Leben der Puppe in Gottfried Kellers Novelle Romeo und Julia auf dem Dorfe und die Episteme von Ritual- und Bildhandeln im poetischen Realismus das höchst ambivalenz- und symbolträchtige Schicksal einer literarischen Puppe nach. Um Puppen im engen und weiteren Sinn geht es auch in den drei folgenden kunst- bzw. medientheoretisch basierten Beiträgen. Jana Scholz fokussiert die Fragilität von Haut und Hülle bei (aufblasbaren) Puppen: Puppenhüllen: Aufblasbare Puppen in Film und Bildender Kunst, Anna Friesen schaut auf die irritierenden Zusammenhänge zwischen Puppen und Trauma beim Künstler Tony Oursler: Multiple Puppen-Persönlichkeiten – Projizierte Traumata bei Tony Oursler und Natascha Compes analysiert die Rolle der Gender-Perormanz bei den Puppen-Androiden in der Serie Real Humans: Doing Gender – Doing Human. Um eine etwas anders geartete identitäre Beunruhigung geht es schließlich im Beitrag von Juliane Noack Napoles: Anthropomorphe Figuren in der Identitätskrise und deren ästhetische Gestaltung am Beispiel der Bilderbücher Das kleine Ich bin ich (Mira Lobe/Susi Weigel) und Pezzettino (Leo Lionni).

Der freie Beitrag von Gudrun Gauda skizziert die Möglichkeiten puppentherapeutischer Zugänge im Bereich der Kinderpsychotherapie unter Bezug auf theoretische Annahmen und praktisch-klinische Fallbeispiele: Puppenspiel als strukturiertes Therapieangebot in der Kinderpsychotherapie – Ein Überblick mit Praxisbeispielen zur Entwicklung und Durchführung des Therapeutischen Puppenspiels.

Zwei, in formaler und inhaltlicher Hinsicht unterschiedliche Beiträge sind als Miszellen einbezogen worden: Zum einen geht es im Text von Lin Cheng um die ungewöhnlich enge Beziehung der Filmschauspielerin Marlenen Dietrich zu ihren Puppen: „A film star in his own right“– Marlene Dietrichs Puppen als Requisiten, Talisman und Fetisch. Zum anderen hat Robin Lohmann eine biographisch gefärbte Reminiszenz zur emotionalen Bedeutung von Objekten im Leben eines emotional vernachlässigten Kindes verfasst: Leben entdecken an einem kalten Ort – eine Reminiszenz.
Die Rubrik Interview bezieht sich hier auf ein Interview, das Gudrun Schulz mit Shlomit Tulgan, der Begründerin des Jüdischen Puppentheaters bubales, geführt hat (einschließlich der hier zugehörigen Rezension des Buchs Die schlaue Esther): Puppen können „längst ‘verschlossene Türen‘ in den Herzen vieler Menschen öffnen“. Sieben Fragen an Shlomit Tulgan zur Gründung des Jüdischen Puppentheaters Berlin – bubales / Einblicke in Shlomit Tulgans Buch „Die schlaue Esther“.
Das Format Diskussionsforum enthält einen bewusst prononciert gefassten Beitrag von Alexander Wagner, ein Entwicklungsprojekt, das in besonderer Weise Kommentare herausfordern möchte: Barbie als Diskursmaschine. Drei Skizzen.

In der Rubrik Rezension stellt Uta Brandes eine Besprechung des Buchs von Ydessa Hendels: From Her Wooden Sleep in Form eines Essays vor: Die unheimliche Puppen-Gang.
Die Rubrik Mitteilungen informiert über aktuelle puppenbezogene Projekte, Tagungen etc. Hier geht es aktuell um die Situation des Berliner Puppentheaters Hans Wurst Nachfahren sowie um eine internationale Tagung zum Therapeutischen Puppenspiel.

Dass das Initial-Heft so umfangreich und ‚bunt gemischt’ ausfallen würde, war zunächst nicht geplant. Da es von Anfang an Zweifel gab, ob der Puppenfokus als Metarahmen substanziell ausreichen würde, um ein Journal auf den Weg zu bringen, haben wir die beeindruckende Resonanz als positive Rückmeldung genommen und uns bewusst dafür entschieden, diese Diversität in der ersten Ausgabe zu dokumentieren. Dabei gehen wir davon aus, dass die nachfolgenden Hefte überschaubarer sein werden. Uns bleibt, vielen Menschen zu danken, die uns bei diesem Projekt unterstützt haben. Das waren zu allererst die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer der „Puppentagung“, die ihre Beiträge so zügig aufbereitet haben, dass bereits ein paar Monate später der Tagungsband erscheinen konnte (Fooken u. Mikota 2014). Aus diesem (erweiterten) Kreis wurde zudem der wissenschaftliche und beratende Beirat zusammengestellt, deren Mitglieder wir für ihre beruhigende und tatkräftige Rückendeckung herzlich danken. Sodann möchten wir den vielen interessierten Kolleginnen und Kollegen danken, die auf unseren ersten Call reagiert haben. Sie sind der ‚lebendige intellektuelle Beweis’, dass „Mensch-Puppen-Beziehungen“ ein tragfähiger Diskurs-Rahmen sind. Auch wenn wir (noch) nicht alle eingereichten Texte berücksichtigt haben, bedanken wir uns bei allen, die Texte eingereicht haben. An der Universität Siegen waren es vor allem Kollegen und Kolleginnen aus der Fakultät I, die uns ermutigend unter die Arme gegriffen haben. Namentlich genannt seien hier Kai Hilpisch (Homepage und EDV-Fragen) sowie Timo Schemer-Reinhard und Jürgen Müller-Stephan, die als Leiter eines Seminars im Medienwissenschaftlichen Studiengang zusammen mit Studierenden das Design der Zeitschrift im Rahmen eines Wettbewerbs entwickelt haben. Der preisgekrönte Entwurf stammt von den vier Studierenden Luisa Ishorst, Philip Lück, Merita Tika und Julian Zielinski. Koninuierliche Unterstützung kam und kommt zudem von der Leitung der UB Siegen und dem Uni-Verlag universi. Dank geht auch an all die Reviewer für ihre Bereitschaft, sich auf unsere „Puppenzeitschrift“ einzulassen. Darüber hinaus möchten wir zwei Menschen ganz besonders danken, deren Unterstützung für uns von unschätzbarem Wert ist: Paul Oskedra hat das Layout geduldig und höchst professionell betreut und Robin Lohmann stand und steht uns durchgehend und zuverlässig-prompt bei der englischen Übersetzungsarbeit zur Seite.

Lohnen sich Mensch-Puppen-Diskurse? Wir meinen: ‚ja’ und hoffen, dass viele Menschen zustimmen.

Insa Fooken und Jana Mikota Siegen, im Januar 2018

Literaturverzeichnis

Fooken, Insa, Mikota, Jana (Hg.) (2014). Puppen – Menschenbegleiter in Kinderwelten und imaginären Räumen. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
Fritz, Jürgen (1992). Spiele als Spiegel ihrer Zeit: Glücksspiele, Tarot, Puppen, Videospiele. Mainz: Matthias-Grünewald.
Gross, Kenneth (2009). The Madness of Puppets. The Hopkins Review, 2 (2), 182-205.
Mattenklott, Gundel (2014). Heimlich-unheimliche Puppe: Ein Kapitel zur Beseelung der Dinge. In Insa Fooken, Jana Mikota (Hg.), Puppen – Menschenbegleiter in Kinderwelten und imaginären Räumen (S. 29-42). Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
Tawada, Yoko (2000). Spielzeug und Sprachmagie in der europäischen Literatur. Eine ethnologische Poetologie. Tübingen: Konkursbuch Verlag.

 

 

Human-Doll/Puppet Discourses as a Viable Research Topic?

Human-doll/puppet discourses as a subject of a science-based journal – is that possible? Dolls in all their manifestations and diverse materials, as anthropomorphic figures with human features, as toys, literary and medial products, hand puppets, marionettes, robots, etc., made of wood, plush, plastic, metal, paper and above all: created from imagination and fantasy, dolls rarely are and have been the subject of scientific questioning. Although existing as long as can be remembered and being „deeply integrated into the fabric of human life“ (Mattenklott 2014, 29), dolls, these ancient and ubiquitous „pilgrims“ (Gross 2009, 187) from the world of things and artefacts are, in a peculiar way, pejoratively connoted with an aura of childlike and trivial qualities. It is not without reason that Yoko Tawada (2000, 5) also points to a striking „gap in the academic discourse“.

An interdisciplinary and international Doll/Puppet Conference held at the University of Siegen at the end of 2013, titled Dolls – Human Companions in the World of Children and Imaginary Realms, both confirmed and relativized these assumptions (Fooken and Mikota 2014). After all, if the interest in this area of knowledge is not explicitly referred to as ‚research on dolls’, a surprising amount of research, artistic products and practical expertise can be found in numerous academic disciplines as well as in diverse practical domains. Dolls exhibit a number of peculiarities and challenges such as the ambiguity given by their anthropomorphic nature, their ‚existence‘ between dead matter and animated liveliness, and their vicissitude between inferior (play) stuff and high symbolic meaning. Dolls are more than ‚just dolls’ – they are mirrors and projection surfaces of human life contexts (see Fritz 1992). Research on dolls/puppets or ‚human-doll discourses‘ is simultaneously research on anthropological prerequisites of being human. Or in other words: doll research is research on human beings.

This is the starting point and purpose for the conception of „just a bit of: doll“ (acronym: de:do). The journal is designed as an open platform for theoretical and applied research based on texts, images, essays or scene sequences related to dolls, figures and anthropomorphic artefacts addressing scientific disciplines such as literary, artistic, cultural, theatrical, film, media and social sciences, psychology, education, ethnology, anthropology, design, material science and robotics including all possibilities for practical application.
By focusing on dolls as a referential meta-framework, it is possible to connect distinct science and research areas as well as to overcome disciplinary boundaries and counterproductive theory-practice cleavages. Viewing these lines of thoughts together can generate an innovative (scientific) surplus value, both across disciplines as well as for each singular discipline. Regardless of their conceptualization as tangible artefacts, literary narratives and figures, or media, many reference lines can be outlined when it comes to connecting dolls/puppets to the various paradigm shifts called ‚turns‘. As a cultural product, dealing with dolls/puppets refers to the ‚cultural turn‘, their concrete materiality locates them within the ‚material turn‘, their pictoriality or symbolism in the literary narratives situates them in the ‚pictorial‘ or ‚iconic turn‘, their physicality and performativity is represented in the ‚bodily turn‘ and their ambiguity between being dead and alive clearly triggers sensations that can be assigned to an ‚emotional turn‘.

Against this background we have decided to venture the publication of a bilingual (German-English), bi-annual, science-based open access journal open for theoretical, practical and applied perspectives. The concept envisages topic-specific calls for papers along with the possibility to submit free papers. The strictly scientific contributions are subject to a peer review process. In addition, further categories are also offered (miscellaneous, interviews, discussion forums, essays, artistic works, reviews, announcements, etc.) in which doll-affine contributions can be introduced in consultation with the editorial team.

The main topic of the first issue of de:do focuses on the importance of Dolls/Puppets in Threat Scenarios. The starting point was the idea that dolls (and other anthropomorphic artefacts in all their manifestations) can become significant (transitional) objects in critical times of existential threat, possibly enabling both mental security and attachment as well as (inner) autonomy and agency. Our original intention was to address threats and casualties in relation to experiences of war and flight and we were surprised by the number of highly interdisciplinary contributions that extended the thematic boundaries defining the concept of threat. Thus, the texts deal with external threats as well as with internal and intrapsychic forms of anxiety and irritation. In relation, we decided to present the focus on threat scenarios in two separate parts. Furthermore, we also included a number of different contributions to doll-related topics from various disciplines and fields of application.

The first thematic focus on War, Flight and Persecution in Times of Political Uncertainty will be introduced with a contribution by Franziska Burger in the field of theatre, referring to two product and material theatre productions: „This is an Anti-War Play“ – Artistic Approaches to War in Plastic Heroes (Ariel Doron) and Count to One (Yase Tamam). A text by Insa Fooken follows that takes a psychological perspective on the role and functions of dolls as transitional objects in the context of war and flight: Dolls – Transitional Objects in Times of Radical Change, War and Violence. As an example of a children’s literary text emphasizing the significance of a doll in times of war, Magali Nieradka-Steiner presents the book by Ursula Fuchs: Ursula Fuchs: Emma oder die unruhige Zeit(1979): A (Doll’s) Love in Times of War. Julia von Dall’Armi analyzes the youth novel Kafka’s Doll by Gerd Schneider as an example of a doll-related fate of persecution and annihilation in the era of National Socialist terror:
Fictional Journeys becoming true –  Narrative Functions of the Motivating Figure in 
Gerd Schneider´s Youth Novel “Kafkas Puppe”. Finally, Susanne Blumesberger presents a brief overview of dolls and teddy bears as subjects in Austrian children’s and youth magazines during the interwar and post war years: Dolls and Teddy Bears in Austrian Children’s Magazines during Troubled Times.

The second topic focus on Aversive Contexts and Times of Psychic Irritation starts with two articles in literary studies. Brooke Shafar investigates forms of secret anxiety in E. T. A. Hoffmann: Dolls and Toy Soldiers in E. T. A. Hoffmann’s Nussknacker und Mausekönig: the Secret Life Unseen. Nils C. Ritter portrays the highly ambivalent and symbolic fate of a literary doll in his paper Sorceress and Martyr’s Body. The life of the Doll in Gottfried Keller’s Novella Romeo und Julia auf dem Dorfe and the Episteme of Ritual and Pictorial Acting in Poetic Realism.

The following three contributions address doll issues in a narrow as well as a broad sense and originate in art and/or media theory. Jana Scholz focuses on the fragility of the skin and shell of (inflatable) dolls: The Doll’s Shell. Inflatable Dolls in Film and Art, Anna Friesen looks at the irritating connections between dolls and trauma in the works of the artist Tony Oursler: Multiple Doll Personalities – Tony Oursler’s Projected Traumas and Natascha Compes analyzes the role of gender performance in puppet-androids in the series Real Humans: Doing Gender – Doing Human. Finally, Juliane Noack Napoles‚ contribution deals with a somewhat different kind of disturbed identity: Anthropomorphic Figures in Identity Crisis and their Aesthetic Design Exemplified by the Picture Books Das kleine Ich bin ich (Mira Lobe / Susi Weigel) and Pezzettino (Leo Lionni).

The free contribution by Gudrun Gauda outlines the possibilities of doll/puppet therapeutical approaches in the field of child psychotherapy with reference to theoretical assumptions as well as practical-clinical case studies: Puppetry as a Structured Therapy Offer in Child Psychotherapy – An Overview with Practical Examples for the Development and Implementation of Puppet Therapy
Two diverse contributions in terms of form and content have been included as Miscellaneous. Lin Cheng’s text deals with the unusually close relationship between film actress Marlene Dietrich and her dolls: „A film star in his own right“ – Marlene Dietrich’s Dolls as Props, Talisman and Fetish. Robin Lohmann has written an autobiographical account of the emotional significance of an object in the life of an emotionally neglected child: Finding Life in a Cold Place – a Reminiscence.

The category Interview contains an interview that was conducted by Gudrun Schulz with Shlomit Tulgan, the founder of the Jewish puppet theater bubales (including a review of ‚Die schlaue Esther’): Dolls can „open ‘long-locked doors’ in the hearts of many people”. Seven questions to Shlomit Tulgan on founding the Jewish puppet theatre Berlin – bubales / Insights into Shlomit Tulgan’s Book “The Smart Esther”

The category Discussion Forum introduces a deliberately stressed contribution – a project under development – by Alexander Wagner that seeks to stimulate comments in a particular way: Barbie as a Discourse Machine. Three Sketches.
In the Review section Uta Brandes presents a review of a book by Ydessa Hendels: From Her Wooden Sleep written as an essay: The Uncanny Puppet Gang.
The column Announcements informs about current doll-related projects, conferences, etc. The current situation of the Berlin puppet theatre Hans Wurst descendants is addressed as well as an international conference on Therapeutic Puppetry.

It was not planned that the initial issue would be as extensive and as ‚colorfully mixed’ as it is. As there had been doubts right from the beginning as to whether the meta-framework of a ‚doll focus’ would be sufficient enough to initiate a journal, we have taken the impressive response as a positive feedback and deliberately decided to document this diversity in the first issue. Yet, we assume that following issues will be more manageable. It remains to thank many people who have supported us in getting this project started. First and foremost are the participants of the „Conference on Dolls“ who prepared their contributions so fast that the proceedings could be published just a few months later (Fooken and Mikota 2014). From this (extended) circle the scientific editorial and advisory board was also put together. We would like to express our sincere thanks to the members of the board for their reassurance and backing. Furthermore we would like to thank the many interested colleagues who responded to our first call. They are the ‘living intellectual proof’ that „human-doll relationships“ are a viable discourse framework. Even though we have not (yet) considered all the submitted texts, we would like to thank everyone who has handed in texts. At Siegen university, mainly colleagues from the Faculty I offered encouraging support. Notably named here are Kai Hilpisch (homepage and electronic devices) as well as Timo Schemer-Reinhard and Jürgen Müller-Stephan, who opened their course in the media studies program for us to develop the design of the journal in collaboration with students. In a competition the award-winning design was created by four students: Luisa Ishorst, Philip Lück, Merita Tika and Julian Zielinski. Continuous support has also been given by the management of the University’s Library and the university publisher universi. Thanks also to all the reviewers for their willingness to get involved in our „dolls’ journal”. In addition, we would like to especially thank two people whose support is invaluable to us: Paul Oskedra has patiently and professionally looked after the layout and Robin Lohmann stood by and is always on hand to assist us reliably and promptly with the English translation work.

Are human-doll discourses worthwhile? We say ‚yes‘ and hope that many people will agree.

Insa Fooken und Jana Mikota Siegen, January 2018

Literature

Fooken, Insa, Mikota, Jana (Hg.) (2014). Puppen – Menschenbegleiter in Kinderwelten und imaginären Räumen. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
Fritz, Jürgen (1992). Spiele als Spiegel ihrer Zeit: Glücksspiele, Tarot, Puppen, Videospiele. Mainz: Matthias-Grünewald.
Gross, Kenneth (2009). The Madness of Puppets. The Hopkins Review, 2 (2), 182-205.
Mattenklott, Gundel (2014). Heimlich-unheimliche Puppe: Ein Kapitel zur Beseelung der Dinge. In Insa Fooken, Jana Mikota (Hg.), Puppen – Menschenbegleiter in Kinderwelten und imaginären Räumen (S. 29-42). Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
Tawada, Yoko (2000). Spielzeug und Sprachmagie in der europäischen Literatur. Eine ethnologische Poetologie. Tübingen: Konkursbuch Verlag.


Herausgeberinnen / Editors

Insa Fooken, Entwicklungs-Psychologin, und Jana Mikota, Kinder- und Jugendliteraturwissenschaftlerin, haben nach der positiven Resonanz auf eine von ihnen veranstalteten interdisziplinären und internationalen „Puppentagung“ ihre Zusammenarbeit fortgesetzt und sich auf das Wagnis dieser Zeitschrift eingelassen.

Insa Fooken, a developmental psychologist, and Jana Mikota, a child and adolescent literary scholar, continued their collaboration following the positive response to an interdisciplinary and international „Doll Conference“ they have organized and have ventured to tackle this journal.